Themenfindung im Wissenschaftsjournalismus

 

Auswahlkriterien

Besonderheit der Themenwahl im Wissenschaftsjournalismus: Kriterien der Auswahl

Journalisten müssen über ein gutes Gespür für Themen verfügen, die ihre Leser interessieren. Aktualität, Unterhaltungs- oder Sensationswert spielen ebenso eine Rolle wie die eigentlichen Inhalte der Nachrichten und Beiträge, die sie verfassen. Das Themenspektrum von Wissenschaftsjournalisten scheint dagegen zunächst eingegrenzter. Doch umfasst die wissenschaftliche Forschung mittlerweile so viele Bereiche, dass auch Lifestyle-Magazine, Frauen- oder Gartenzeitschriften fündig werden.

 

Aktualität neu definiert

Aktuell ist aktuell. Oder doch nicht?

Ein wesentlicher Unterschied zum allgemeinen Journalismus besteht Vicari (2007) und anderen Autoren zufolge jedoch in der Definition von Aktualität im Wissenschaftsjournalismus. Denn die Auswahl der Themen muss nicht von tagespolitischen Ereignissen gelenkt sein. Aktualität bedeutet hier nicht „heute und sofort“ zu veröffentlichen, was sich in der Welt ereignet, sondern ein Thema zu finden, für das sich aktuell eine ausreichend große Zielgruppe interessiert. Umgekehrt erfolgt auch die Darstellung in einer von den Tagesereignissen losgelösten Form und daher unter geringerem Zeitdruck. So kann das Thema „Erdbeben“ anlässlich einer aktuellen Naturkatastrophe gewählt werden. Die Berichterstattung des Wissenschaftsjournalisten wird dann aber vor allem die Hintergründe ausleuchten und grundsätzliche Information über Erdbeben, gefährdete Gebiete, technologische Möglichkeiten der Prognose oder Prävention liefern. Aktualität lässt sich im Wissenschaftsjournalismus also als Bündelung aus Relevanz und Informationsgehalt verstehen.

 

Sensationswert

Bestimmung des Sensationswertes einer Nachricht

Neben der Aktualität einer Nachricht zählen auch Kriterien wie deren Unterhaltungs- oder Neuigkeitswert. Hinzu kommt die Bewertung, ob das Thema von allgemeinem Interesse ist. Damit verbunden ist allerdings die Gefahr, dass ausschließlich Themen und Studien besprochen werden, die sich besonders kontrovers diskutieren lassen, in denen Bedrohungen und Gefahren benannt werden oder die in irgendeinem Sinne einen Sensationscharakter haben. Veröffentlichen Wissenschaftler dagegen Ergebnisse, die keine Emotionen auslösen, die eher neutral zu bewerten sind, so sind die Chancen auf eine Erwähnung in den Medien eher gering.

 

Quellen

Die Bedeutung der Quelle oder Ressource einer Nachricht

Ein drittes Kriterium für die Bewertung der Relevanz einer Nachricht liegt in deren Herkunft. Berichten beispielsweise Fachzeitschriften wie „Nature“ oder „Science“ darüber, so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch andere Medien die Thematik aufnehmen werden. Die genannten Publikationen haben fast schon den Charakter von Nachrichtenagenturen angenommen. Inwieweit Anzeigenkunden die Aufnahme von Nachrichten in ein wissenschaftliches Magazin beeinflussen, ist unbekannt. Zum Selbstverständnis des Wissenschaftsjournalisten gehört es im Allgemeinen jedoch, dass Werbung und redaktioneller Teil klar abgegrenzt sein müssen. Doch verwischen sich auch hier zuweilen die Grenzen, speziell dann, wenn Wissenschaftsjournalisten unter Zeitdruck auf Material zurückgreifen (müssen), das ihnen aus PR-Abteilungen von Unternehmen oder wissenschaftlichen Einrichtungen zugesandt wurde.

 

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