Ausblick

Wie geht es weiter?

Ausblick: Untergang oder Verlagerung des Wissenschaftsjournalismus?

Der hohe Stellenwert, der dem Wissenschaftsjournalismus in den vergangenen Jahrzehnten zugemessen wurde, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch das Ressort „Wissenschaft“ vom Einbrechen der Presselandschaft bedroht ist. Ob daran der generelle Wechsel zu Onlinemedien und zu neuen Informationsquellen wie beispielsweise Wissenschaftsblogs schuld ist oder ob der Wissenschaftsjournalismus in Wirklichkeit niemals den eigenen Ansprüchen gerecht werden konnte, darüber wird vehement diskutiert. Zunächst einmal sind es die Wissenschaftler selbst, die sich nicht mehr dem Zwang unterwerfen wollen, in marktführenden Fachzeitschriften wie „Nature“ oder „Science“ publizieren zu müssen. Stattdessen werden nunmehr Formen der öffentlich zugänglichen digitalen Publikation vorgezogen – so jedenfalls berichtete es der Spiegel Online. Dort aber werden die Studien wohl nur für andere Wissenschaftler von Interesse und vor allem lesbar sein, da eine vermittelnde Aufbereitung entfällt.

 

Blogs

Blogs als Ersatz für Wissenschaftsmagazine?

Diese vermittelnde Tätigkeit wird stattdessen vermehrt in Blogs vorgenommen, deren Betreiber sich auf Wissenschaftsthemen spezialisiert haben. Ob dies Vorteile oder Nachteile mit sich bringt, hängt wesentlich davon ab, welche Interessen die Blogbetreiber verfolgen. So scheint es wenig sinnvoll, wenn ein Wissenschaftler seine eigenen Erkenntnisse in einer vermeintlich objektiven Form präsentiert oder die PR-Abteilung einer Universität dies übernimmt. Auch die Unschärfe vieler Blogs im Hinblick auf die Trennung von redaktionellen und werbenden Beiträgen trägt nicht gerade dazu bei, diese als besonders glaubwürdige Quellen zu bewerten. Doch gibt es auch eine Reihe hervorragender Wissenschaftsblogs, die auf hohem journalistischem Niveau betrieben werden – allerdings stellt sich besonders für diese die Frage, wie eine solche Berichterstattung auf Dauer finanzierbar sein soll.

 

Reflexion

Kritik am bisherigen Wissenschaftsjournalismus

In Deutschland ist ein erheblicher Rückgang im Wissenschaftsjournalismus bisher nicht zu beobachten. Stattdessen lässt sich feststellen, dass Wissensbeiträge in jeder Form nicht mehr nur den Printmedien vorbehalten sind, sondern sich besonders auch im Fernsehen großer Beliebtheit erfreuen. Kritiker werfen dem Wissenschaftsjournalismus jedoch auch in Deutschland häufig vor, dass er nicht unabhängig genug sei, sich zum Büttel der Wissenschaft mache, zu stark dem Meldungsjournalismus verhaftet sei und zu wenig über Konsequenzen und Auswirkungen wissenschaftlicher Forschung und Entwicklung berichte. Ob sich dies durch eine Verlagerung des Wissenschaftsjournalismus in die digitalen Medien aber tatsächlich ändern würde, ist mehr als zweifelhaft.

 

Überblick:

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Grundlagen des Wissenschaftsjournalismus

Themenfindung im Wissenschaftsjournalismus

Besonderheiten der Recherche

Wissenschaftsjournalistische Berichterstattung