Globalisierung

Die zunehmende Globalisierung stellt auch Wirtschaftsjournalisten vor besondere Herausforderungen. Die internationale Verflechtung in Politik und Wirtschaft ist keine Entwicklung der Neuzeit. Denn schon in der Antike pflegten die Anrainerstaaten des Mittelmeeres einen regen Austausch von Waren, Informationen und Dienstleistungen. Und auch in der jüngeren Vergangenheit existierten internationale Verflechtungen wie etwa die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, die 1957 gegründet wurde. Doch dabei handelte es sich noch um relativ kleine und überschaubare Wirtschaftsräume.

Seit dem Mauerfall im November 1989 und dem anschließenden Zusammenbruch der Sowjetunion ist hingegen die ganze Welt zu einem einzigen großen Wirtschaftsraum zusammengewachsen. So ist der weltweite Warenverkehr zwischen 1960 und 2008 beispielsweise um den Faktor 15 gestiegen, während die Produktion von Waren und Gütern im selben Zeitraum lediglich um das 5,4-fache anstieg. Auch die Höhe der direkten Auslandsinvestitionen von Betrieben ist geradezu explodiert. 1970 investierten Unternehmen 13 Milliarden US-Dollar im Ausland, 2007 waren es bereits 1.800 Milliarden US-Dollar. Allein zwischen 1980 und 2007 stieg das so genannte Welthandelsvolumen von 2,4 Billionen auf 17 Billionen US-Dollar. Einer der Gründe für diesen Anstieg liegt darin begründet, dass Unternehmen aus Industrieländern Produktionsstätten in Schwellenländern unterhalten, um ihre Produkte möglichst günstig anbieten zu können. Für die Unternehmen kommt es auf Grund der niedrigen Lohnkosten dort günstiger, wenn sie die einzelnen Komponenten um die halbe Welt verschiffen und nur die Endmontage am Hauptstandort machen.

 

Börsenplätze und Finanzen

Für Wirtschaftsjournalisten bedeutet das nicht nur, dass sie diese Zusammenhänge, sondern auch die jeweiligen Wirtschaftsräume kennen müssen. Beispielsweise waren die wichtigsten Finanzplätze in den vergangenen Jahren New York, London und Tokio. Die Entwicklung der Aktienkurse und Rohstoffe von Werten und Rohstoffen, die an diesen Börsen gehandelt wurden, waren auch für deutsche Anleger interessant, weil sich die Kursentwicklung über kurz oder lang auf den Börsenplatz in Frankfurt niederschlug. Künftig könnte auch China eine gewichtigere Rolle im Konzert der großen Wirtschaftsmächte spielen, weil das Land über sehr große Devisenreserven verfügt.

Als wichtigste Treiber der Globalisierung gelten Banken und andere Finanzinstitute. Sie können dank der modernen Möglichkeiten der EDV innerhalb von Sekunden unvorstellbar hohe Geldbeträge rund um den Globus schieben. Das kann sich sowohl positiv als auch negativ auswirken: Für die Anleger, die in die entsprechenden Finanzprodukte investieren, sind hohe Renditen möglich. Andererseits können die schnellen Bewegungen auf den Devisenmärkten ganze Währungen ins Schwanken bringen. Besonders im Focus stehen unter anderem Private-Equity-Gesellschaften, deren Aktivitäten immer wieder Forderungen nach einer Regulierung der internationalen Finanzmärkte laut werden lassen.

 

Weitere Informationen:

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