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Reisethemen

Immer wieder ist die gängige Meinung zu hören, dass es im Reisejournalismus kaum noch neue Themen geben könne. Das ist weit gefehlt, auch wenn der Eindruck entstehen kann, dass zum hundertsten Male über einen bestimmten Strand auf einer Insel berichtet wird. Doch es gibt immer wieder neue Aspekte, die ein Reisejournalist beleuchten kann. Außerdem spielt hier eine Rolle, ob auch wirtschaftliche und kulturelle Hintergründe mit einbezogen werden.

Viele Reisejournalisten haben sich auf bestimmte Regionen spezialisiert und bieten Reportagen und Berichte aus bestimmten Ländern an. Sie beleuchten einzelne Hintergründe und werten Neuigkeiten aus. Wenn ein Reisejournalist nicht seitens des Verlags oder der Redaktion mit einem bestimmten Thema betraut wird, so heißt es für ihn, selbst ein solches zu finden. Das ist nicht immer ganz einfach, denn er muss dafür sorgen, dass das Thema den Leser auch wirklich interessiert. Tolle Geschichten sind solche über Länder und Regionen, die der Leser noch nicht kennt. Es kann dabei durchaus um bekannte Städte gehen, doch auch in solchen gibt es immer wieder Ecken, die nicht jeder kennt. Der Reisejournalist kann aber auch dafür sorgen, dass ein Thema oder einer Region völlig neu beleuchtet wird. Frei nach dem Motto: Schaut her, es ist nicht alles so, wie ihr es euch vorstellt!

Ein Beispiel: Es soll eine Stadt beschrieben werden. Nun kann der Reisejournalist in einer einzigen Reportage unmöglich eine ganze Stadt beschreiben. Er muss sich daher auf einen Stadtteil konzentrieren, der möglichst repräsentativ für den Rest der Stadt ist. Der Reisejournalist nimmt sich sozusagen einen Teil dieser Stadt heraus. Er entwickelt im Folgenden eine Arbeitsstrategie. Er stellt eine These auf, die er vor Ort verfolgen wird. Die Reise für den Bericht muss umfangreich vorbereitet werden, damit es vor Ort keine Überraschungen gibt. Die These wird dann immer wieder überarbeitet und angepasst. Ein Thema wird auch bearbeitet, indem Interviewpartner gefunden werden. Diese werden vor Ort getroffen und der Reisejournalist muss bestimmen, welche Aussagen des Interviewpartners relevant für den Bericht oder die Reportage sind und welche nicht. Immer wieder kann es vorkommen, dass er sich mit Leuten unterhält, deren Geschichte letzten Endes nicht zum endgültigen Bericht beiträgt. Der Reisejournalist schreibt sozusagen nach Plan. Er entwickelt ein Konzept, verfolgt und setzt dieses um.

Immer wieder kann es vorkommen, dass ein und dasselbe Thema an verschiedene Medien verkauft werden muss. Ein Reisejournalist muss in der Regel sein einmal recherchiertes Thema an verschiedene Kunden verkaufen, damit er auf einen grünen Zweig kommt. Eine Reportage für einen einzelnen Kunden anzufertigen und danach komplett aus der Liste der verfügbaren Quellen zu streichen, wäre nicht rentabel. Allerdings darf natürlich niemals ein und dieselbe Geschichte eins zu eins wieder verkauft werden. Hier entstünde der Vorwurf des Plagiats. Außerdem ist nicht nur bei den Onlinemedien, sondern auch bei Printmedien oder im Hörfunk und Fernsehen der doppelte Content nicht erwünscht. Das Thema muss also für einen neuen Kunden neu bearbeitet werden. Eventuell tun sich dabei Aspekte auf, die so vorher noch nicht beleuchtet wurden, die aber durchaus relevant für die Vervollständigung des Themas sind.

Ein Reisejournalist kann durchaus auch durch Zufall auf ein wichtiges Thema stoßen. Dies kann einen politischen, gesellschaftlichen, kulturellen oder allgemeinen Hintergrund haben. So kann er dieses Thema bearbeiten und seinen fertigen Bericht einem Verlag oder einer Redaktion anbieten. Mit etwas Glück wird dieses Projekt von Verlag oder Redaktion umgesetzt und der Reisejournalist erhält sein Honorar. Natürlich arbeitet er auf diese Art und Weise unter dem Risiko, kein Honorar zu bekommen und die ganze Arbeit umsonst gemacht zu haben. Allerdings spielt hier die Erfahrung des Reisejournalisten eine große Rolle. Wenn er weiß, wie er an eine Sache herangehen muss und welche Themen derzeit von Redaktionen geliebt werden, weiß er auch, in welche Richtung er arbeiten muss. Somit minimiert sich die Gefahr, kein Honorar zu erhalten.

Es gibt Reisejournalisten, die schreiben nicht nur unter ihrem eigenen Namen, sondern verfassen auch Beiträge unter einem Pseudonym. Dies ermöglicht es ihnen, ihre eigenen Recherchen immer wieder neu zu nutzen. Wenn sie die bereits vorhandenen Texte umschreiben und unter einem anderen Namen veröffentlichen, erscheinen diese einem Leser als neu. Der Reisejournalist optimiert damit sein Arbeitsverhalten. Er arbeitet weniger, erhält aber das Honorar für die komplette Arbeit. Damit erhöht sich sein Gewinn. Ja, auch ein Reisejournalist muss gewinnorientiert arbeiten. Dennoch ist diese Vorgehensweise nicht von allem Redaktionen und Verlagen gewünscht, denn wer möchte schon Aufbereitungen von den immer gleichen Themen vorgelegt bekommen? Allerdings handeln die Reisejournalisten hier nicht anders als normale Journalisten, denn auch diese müssen bereits bearbeitete Themen immer wieder verwenden. Das gilt besonders dann, wenn sich eine Redaktion an einen Journalisten gewendet hat und noch „schnell“ einen Beitrag braucht. In dem Fall bietet es sich an, auf vorhandene Texte und Beiträge zurückzugreifen.

Hat der Reisejournalist nun sein Thema gefunden, kann er an die Vorbereitungen der Reise gehen. Teilweise müssen Absprachen mit anderen Beteiligten getroffen werden, so zum Beispiel mit dem Fotografen. Natürlich muss ein solcher mitreisen, wenn eine umfangreiche Reportage entstehen soll. Wenn der Reisejournalist einen Beitrag für das Fernsehen erstellen soll, so wird mit einem Videofilmer zusammengearbeitet. Alle Beteiligten müssen die Daten für die Reise kennen, müssen den Plan und das Konzept gemeinsam erstellen. Nur durch die Kooperation kann am Ende ein Bericht entstehen, der den Leser bzw. Zuschauer oder Zuhörer durch interessiert. In der Regel muss der Reisejournalist seine Reise vorfinanzieren, das heißt, er benötigt auch ein entsprechendes finanzielles Polster, um Unterkunft und Verpflegung bezahlen zu können. In einigen Fällen, wenn der Reisejournalist zum Beispiel von einem Reiseveranstalter seinen Auftrag bekommen hat, bekommt er die Reise vorfinanziert. Dann muss er einfach nur die Höhe der Kosten mitteilen und bekommt entweder das entsprechende Geld überwiesen oder der Auftraggeber begleicht die Kosten direkt beispielsweise mit dem Hotel. Dies ist für den Reisejournalist natürlich die einfachste Art und Weise der Abrechnung, denn er muss sich um nichts kümmern. In allen anderen Fällen erstellt er entweder eine Reisekostenabrechnung, die er dem Auftraggeber überreicht, oder er berechnet sein Honorar so hoch, dass sämtliche entstandenen Kosten plus Gewinn dabei herauskommen.

 

Weitere Informationen:

Darstellungsformen im Reisejournalismus

Spezifika der Recherche

Erforderiche Kompetenzen für Reisejournalisten

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