Qualitätskriterien

Bevor sie ihre Bewerbungen abschicken, sollten aber auch die angehenden Volontäre ihren potenziellen Arbeitgeber genauer unter die Lupe nehmen. Denn die Qualität der Ausbildung kann sich sogar bei verschiedenen Medien aus der gleichen Mediengattung erheblich voneinander unterscheiden. Als Faustregel lässt sich sagen: Je größer und angesehener ein Medium ist, umso hochwertiger ist auch die Ausbildung.

Eine wichtige Frage im Vorfeld lautet deshalb: Gibt es einen eigenen Ausbildungsredakteur, der sich um die Belange und die Ausbildung der Volontäre kümmert oder übernimmt diesen Part ein beliebiger anderer Redakteur? In letzterem Fall besteht nämlich die große Gefahr, dass sich das Volontariat nur als besseres Praktikum herausstellt und der Volontär voll in den Alltag eingebunden wird, ohne dass ihm auch das theoretische Wissen beigebracht wird. Denn die Art der Ausbildung wird ebenfalls höchst unterschiedlich geregelt.

So gibt es ein tarifvertraglich geregeltes Volontariat. Bei diesem durchläuft der Volontär verschiedene Abteilungen und lernt dabei im günstigsten Fall den kompletten Ablauf innerhalb aller Ressorts kennen. Vorgeschrieben sind laut Tarifvertrag der Einsatz in den Ressorts Nachrichten oder Lokales, Politik sowie eines dritten Ressorts, das frei wählbar ist. Darüber hinaus besteht seitens der Volontäre ein Anspruch auf mindestens einen vierwöchigen Bildungsabschnitt sowie einen innerbetrieblichen Bildungsabschnitt, der üblicherweise zwei Wochen dauert.

Öffentlich-rechtliche Rundfunksender orientieren sich ebenfalls an dieser Regelung. Allerdings gibt es bei Hörfunk und Fernsehen einen Unterschied: Hier dauert ein Volontariat üblicherweise 18 Monate, während derer die Volontäre fünf bis zehn Stationen innerhalb des Unternehmens durchlaufen. Bei privaten Fernseh- und Radiosendern dagegen gelten höchst unterschiedliche Konditionen, was Dauer, Ausbildung und Höhe des Gehaltes angeht.

Angehende Volontäre sollten deshalb im günstigsten Fall vorab die Regelungen des Tarifvertrages kennen. Sie können dann beim Vorstellungsgespräch gezielt Fragen stellen und idealerweise sogar Pluspunkte sammeln. Schließlich bekunden sie damit ihr Interesse an einer hochwertigen Ausbildung.

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