Nach dem Volontariat

Die Chancen auf eine Festanstellung nach einem Volontariat stehen denkbar schlecht, nur etwa 30 Prozent der Volontäre werden nach der Ausbildung direkt eingestellt. Allerdings stehen jungen Journalisten zahlreiche andere Möglichkeiten offen: Sie können sich bei anderen Medien bewerben, eine Karriere als freier Journalist einschlagen oder mit einem Online-Medium den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.

Doch auch jenseits des klassischen Journalismus stehen ihnen zahlreiche Wege offen. Beispielsweise können sie für Agenturen arbeiten, eine Karriere als Texter einschlagen oder in die Öffentlichkeitsarbeit für Unternehmen oder Institutionen gehen. Hier haben sie den großen Vorteil, dass sie wissen, wie die früheren Kollegen in den Redaktionen arbeiten. Sie können ihre jeweiligen Themen also entsprechend aufbereiten, sodass die Chancen umso größer sind, dass diese auch veröffentlicht werden.

Der Hintergrund für diese Entwicklung besteht übrigens darin, dass Arbeitsmarkt und Berufschancen maßgeblich von medienpolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen abhängen. So haben der Journalismus und die Medienwirtschaft – auch durch kommerzielle Rundfunkangebote, Digitalisierung und die aufkeimende Webwirtschaft – in den vergangenen Jahrzehnten einen wahren Boom erlebt. Dieser brach jedoch im Zuge der weltweiten Konjunkturkrise, des Zusammenbruchs des Neuen Marktes und rückläufige Werbeinvestitionen seitens anderer Unternehmen ein. Weil die Werbeeinnahmen einbrachen, waren die Medien wiederum gezwungen, drastische Einsparungsmaßnahmen vorzunehmen und das Personal zu reduzieren.

Ein weiterer Grund, der vor allem die Printmedien schwächt, liegt am geänderten Nutzungsverhalten insbesondere junger Menschen. Diese nutzen zunehmend das Internet und soziale Medien, um Informationen zu beziehen. Jedoch bleiben Tageszeitungen und Zeitschriften oder Anzeigenblätter nach wie vor die wichtigsten Arbeitgeber für Journalisten. So arbeiten bei Tageszeitungen rund 13.500 fest angestellte Journalisten, bei Zeitschriften und Anzeigenblättern etwa 9.000. Ebenso viele Journalisten sind für den Rundfunk tätig. Pressestellen zählen circa 7.000 fest angestellte Journalisten, der Bereich Online und Multimedia etwa 4.000 und Agenturen sowie Pressebüros etwa 1.000. Hinzu kommen zu den rund 43.500 festangestellten noch etwa 26.000 freie Journalisten, die hauptberuflich in den deutschen Medien tätig sind. Insgesamt ist es im Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung und weltweite Krisen allerdings äußerst schwierig, die zukünftigen Perspektiven realistisch einzuschätzen.

Die besten Zukunftsaussichten dürften deshalb junge Journalisten haben, die sich Kenntnisse in mehreren Mediengattungen aneignen. Das zeigt sich auch an der Entwicklung hin zu crossmedialen Produktionen in Bild, Ton und Wort, sowie an der Vermischung von Journalismus mit Unterhaltung und Werbung.

Weiter zu Alternativen zum Volontariat.