Berufseinstieg in den Fensehjournalismus

Das Medium Fernsehen gilt nicht wenigen jungen Menschen als äußerst attraktiv für ihre berufliche Karriere, nicht zuletzt aus dem Grund, weil sie hier auch bis zu einem gewissen Grad im Rampenlicht stehen und – falls sie als Moderator eingesetzt werden – auch ein Stück Berühmtheit erlangen können. Ein Patentrezept für den Einstieg in diesen Beruf gibt es jedoch nicht. So mancher ambitionierte Fernsehjournalist kann den beruflichen Einstieg beispielsweise schaffen, in dem er selbst einen Videoblog betreibt, auf welchem er journalistisch arbeitet. Andere wiederum absolvieren ein Studium, welches unter anderem an der Hochschule Hannover, an der HFF München oder an der Bayerischen Akademie München möglich ist, aber auch ein Fernstudium für diesen Fachbereich ist möglich.

Wer sich für die universitäre Ausbildung entscheidet, muss mit einer Regelstudienzeit von vier Semestern rechnen, bevor er seinen „Master of Arts“ bekommt. Jedoch sollten sich die Studenten bereits während ihrer Studienzeit zusätzlich darum bemühen, Erfahrungen in der Praxis zu sammeln, beispielsweise in Form von Praktika während der Semesterferien.

Weil es bei den großen Sendern und Fernsehstationen unter Umständen schwierig ist, einen Praktikumsplatz oder eine Stelle als freier Mitarbeiter zu bekommen, lohnt es sich für interessierte Studenten auch, sich bei den lokalen Fernsehsendern, die es mittlerweile in nahezu jeder größeren Stadt gibt, umzuhören. Hier können sie bereits die ersten Erfahrungen, vor allem, was Schnitt- und Tontechnik anbelangt, sammeln. Falls die angehenden Fernsehjournalisten keinen Praktikumsplatz bei einem Fernsehsender erhalten, können sie es alternativ auch bei einem Radiosender oder in der örtlichen Lokalzeitung versuchen. Hier sammeln sie zumindest insofern Erfahrung, indem sie von Anfang an lernen können, wie Journalisten arbeiten. Darüber hinaus haben sie die Gelegenheit, bei Terminen erfahrene Kollegen aus anderen Redaktionen kennenzulernen und somit erste Kontakte in der Branche zu knüpfen. Das wiederum kann den späteren Einstieg in den Beruf erheblich erleichtern.

 

Der klassische Weg in den Fernsehjournalismus

Da die Ausbildung zum Fernsehjournalisten bundesweit nicht einheitlich geregelt ist, führen zahlreiche Wege in diesen Beruf. Jedoch haben sich in den vergangenen Jahren vor allem vier Wege als besonders erfolgreich für angehende Fernsehjournalisten erwiesen:

  • das Praktikum,
  • ein Volontariat,
  • ein Studium oder
  • der Besuch einer Journalistenschule.

 

Das zeichnet die unterschiedlichen Wege aus:

 

Das Praktikum

Bei nahezu allen Fernsehformaten werden Praktikumsplätze für angehende Fernsehjournalisten angeboten. Wer sich für einen Platz bewerben möchte – das gilt insbesondere für die großen Sender – sollte sich allerdings frühzeitig darum bemühen, weil diese Plätze äußerst begehrt sind. Die Interessenten müssen mit einer Wartezeit von bis zu eineinhalb Jahren warten, bis sie ihr Praktikum antreten können, falls die Bewerbung überzeugt hat. Zudem müssen sich die Bewerber der Tatsache bewusst sein, dass sie ein unbezahltes Praktikum absolvieren.

Eine weitere Hürde für den begehrten Praktikumsplatz besteht darin, dass üblicherweise erwartet wird, dass die Praktikanten bereits redaktionelle Erfahrung mitbringen. Diese lässt sich allerdings relativ einfach sammeln, beispielsweise durch eine freie Mitarbeit bei der Lokalausgabe der örtlichen Tageszeitung oder durch das Verfassen von Gastbeiträgen für verschiedene Blogs.

Die ideale Anlaufstelle für ein Praktikum sind regionale Fernsehstudios, in welchen Nachrichtensendungen tagesaktuell produziert werden. Der Grund: Weil diese meist mit einer sehr dünnen Personaldecke arbeiten, haben Praktikanten schon nach kurzer Zeit die Chance, eigene Drehs machen zu dürfen, wenn sie ein entsprechendes Engagement zeigen. Gern gesehen sind hier übrigens auch eigene Themenvorschläge durch die Praktikanten. Für die Praktikanten empfiehlt es sich daher, die Nachrichten via Internet oder in der Zeitung regelmäßig zu verfolgen. Denn so manches Thema, das beispielsweise aktuell im Bundestag diskutiert wird, lässt sich sehr gut auf eine regionale oder örtliche Ebene bringen. Bevor sie einen Themenvorschlag einbringen, sollten sich die Praktikanten aber bereits Gedanken über Details für den Aufbau ihres Beitrags machen. Sie sollten sich beispielsweise vorab überlegen, welche Auswirkungen die anstehenden Entscheidungen haben können, wer davon betroffen ist und wen sie dazu befragen könnten. Auf diese Weise können die Praktikanten innerhalb weniger Monate stattliche Referenzen sammeln, die ihnen den Weg zum Volontariat erheblich erleichtern.

 

Das Volontariat

In der Fernsehbranche gilt das Volontariat eher als Weiter- denn als Ausbildung, weil vorausgesetzt wird, dass die Volontäre bereits ein Studium abgeschlossen haben, wobei es nahezu unerheblich ist, welches Studium sie absolviert haben. Insbesondere ist es also nicht zwingend erforderlich, dass sie zuvor ein Journalistik-Studium absolviert haben. In den meisten Fällen rekrutieren die Fernsehstudios ihre Volontäre aus den Reihen ehemaliger Praktikanten, weil sie diese und deren Arbeit bereits kennen. Es empfiehlt sich übrigens, ein Volontariat bei einem regionalen Fernsehstudio zu absolvieren. Der Grund: Hier sind die Volontäre weitaus stärker in die tägliche Arbeit eingebunden, als es in einem großen Studio der Fall ist.

Die Volontäre erlernen während ihres Volontariats sämtliche Tätigkeiten, die mit dem Beruf des Fernsehjournalisten verbunden sind. Dazu gehören unter anderem verschiedene Sprechtechniken, aber auch das Texten und das anschließende Schneiden der Beiträge sowie der Umgang mit der Kamera. Durch diese breit gefächerte Ausbildung erhalten die Volontäre eine hervorragende Basis für ihre weitere Karriere.

 

Welche Voraussetzungen muss ein Volontär mitbringen?

Die Volontäre sollten vom ersten Tag an großes Engagement zeigen und sich gründlich über politische, sportliche und kulturelle Ereignisse informieren, um gegebenenfalls eigene Themenvorschläge unterbreiten zu können. Darüber hinaus sollten sie eine Nase dafür haben, welche Themen relevant sein könnten und welche nicht. Natürlich sollte ein Volontär auch stets seine Visitenkarten bei sich tragen, um bei Terminen eifrig neue Kontakte sammeln zu können. Diese Kontakte können unter anderem hilfreich sein, wenn der Volontär nicht vom Sender übernommen wird und sich auf die Suche nach einem neuen Arbeitgeber begeben muss.

 

Das Journalistik-Studium

Der naheliegendste Weg in den Fernsehjournalismus ist für viele Interessierte ein Journalistik-Studium, bei dem die Regelstudienzeit sechs Semester beträgt. Ein Nachteil des reinen Studiums besteht jedoch darin, dass es äußerst theorielastig ist. Die Studenten müssen also nebenbei noch viel Zeit investieren, um auch praktische Erfahrungen zu sammeln.

 

Die Journalistenschule

Eine Journalistenschule stellt eine hervorragende Alternative zum Studium dar, weil hier eher praxisorientiert gearbeitet und ausgebildet wird. Wer eine Ausbildung zum Fernsehjournalisten an einer Journalistenschule anstrebt, muss allerdings bereits ein gutes journalistisches Basiswissen mitbringen und sich einem mehrtägigen Auswahlverfahren unterziehen. Auch das Allgemeinwissen sollte überdurchschnittlich gut ausgeprägt sein. Üblicherweise müssen die Bewerber für einen Platz auf einer Journalistenschule neben einem Motivationsschreiben und ihrem Lebenslauf auch eine selbst recherchierte Reportage einreichen. Sofern diese Unterlagen überzeugen, rücken die Bewerber in die nächste Runde des Auswahlverfahrens. Hier müssen sie unter anderem auf Fotos Personen des öffentlichen Lebens erkennen. Des Weiteren wird im persönlichen Gespräch das Allgemeinwissen geprüft.

 

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Was ist Fernsehjournalismus?

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