Daten und Fakten

Deutsche Medien bieten im Rahmen der journalistischen Ausbildung insgesamt rund 3.000 Volontärsstellen an. Etwa 80 Prozent der angehenden Redakteure absolvieren das Volontariat bei der Presse, bei Agenturen oder beim Rundfunk. Die weitaus größte Rolle in der journalistischen Ausbildung spielen Tageszeitungen, wo bundesweit etwa 1.200 Volontäre beschäftigt sind. Eine nahezu ebenso wichtige Rolle haben Zeitschriften inne, die rund 800 Ausbildungsplätze anbieten. Über 500 Volontäre sind in lokalen und regionalen privaten Rundfunkanstalten tätig, bei den großen überregionalen Rundfunkanstalten sind es etwa 300. Weitaus weniger wichtig für die journalistische Ausbildung sind Anzeigenblätter, bei denen lediglich rund 150 Volontäre ausgebildet werden, und Nachrichtenagenturen. Hier bewegt sich die Zahl der Volontärsstellen lediglich im zweistelligen Bereich.

Dennoch dürfte es deutschlandweit mehr als die offiziellen rund 3.000 Volontärsstellen geben. Der Grund: Wie viele Volontariate in Onlinemedien angeboten werden, ist selbst den Fach- und Berufsverbänden nicht bekannt, weil für diesen Bereich nicht einmal Schätzungen existieren.

Während in den vergangenen Jahrzehnten der Beruf des Journalisten eher eine klassische Männerdomäne war, lässt sich aktuell der umgekehrte Trend feststellen: Mittlerweile sind 57 Prozent der Volontäre weiblichen Geschlechts.

Dass die jungen Journalisten nach dem 24-monatigen Volontariat – das auf 15 Monate verkürzt werden kann – eine Festanstellung erhalten, ist übrigens nicht gesichert. Sehr viel häufiger erhalten sie nach der Ausbildung einen Pauschal- oder Zeitvertrag. Lediglich circa ein Drittel der Volontäre kann mit einer Festanstellung als Redakteur im Ausbildungsbetrieb rechnen. Größtenteils müssen die Absolventen sich also anderweitig bewerben oder zumindest vorübergehend als freier Journalist tätig werden.

In Zeitschriftenverlagen ist die Situation der Volontäre vergleichbar mit ihren Kollegen in Tageszeitungen. Sie sind allerdings etwas schlechter bezahlt und ihre Aufgaben sind weniger eindeutig definiert. Dafür haben sie den Vorteil, dass der Tarifvertrag für die Volontärsausbildung – anders als bei Tageszeitungen – für alle Zeitschriften gilt. Schlechter gestellt sind auch die Volontäre bei privaten Hörfunksendern. Äußerst begehrt ist hingegen die Ausbildung an den großen öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern, die durchwegs ein hohes Ausbildungsniveau garantieren. Das zeigt sich etwa an vierstelligen Bewerberzahlen auf nur wenige offene Stellen.

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