Crossmedia als Anforderung an Journalisten

 

Die Fähigkeit, crossmedial zu denken

Worin bestehen die Schwierigkeiten im Crossmedia-Bereich? Ein nicht zu unterschätzender Faktor sind die gestiegenen Anforderungen hinsichtlich der handwerklichen Fähigkeiten. Wer bisher nur Erfahrungen in den herkömmlichen Medien gemacht hat, sieht sich bei crossmedialer Arbeit mit Stilmitteln und Tools konfrontiert, die ihm eventuell noch fremd sind. Außerdem ist es eher selten, dass Journalisten in allen Medien die gleichen Qualifikationen an den Tag legen. Der Umgang mit sämtlichen Medien lässt sich zwar erlernen, dennoch ist es normal, dass jeder auf einem anderen Gebiet individuelle Talente und Vorlieben ausspielt.

Bei der Erörterung des Themas „Crossmedia“ dreht es sich aktuell kaum darum, ob Journalisten Alleskönner sein müssen. Die wirkliche Herausforderung ist das spezifische konzeptionelle Crossmedia-Denken. Dessen Kernaufgabe besteht darin, über die Plattformen hinweg Konzeptionen und damit auch eine neue journalistische Darstellungsform zu kreieren. Denn Crossmedia dient weder einem Selbstzweck noch als Reproduktionsmethode für existierenden Content. Das Zauberwort heißt „Mehrwert für den Nutzer“ in jeder nur denkbaren Form.

Nicht immer kann die Frage, was der Nutzer von der crossmedialen journalistischen Arbeitsweise letzten Endes hat, schlüssig beantwortet werden. Denn die tägliche Praxis zeigt, dass noch längst nicht alle Inhalte auf sämtlichen Kanälen mit konzeptionellen Ideen unterlegt sind. Standard ist eher, dass vielfach mit der Reproduktion von Content oder bloßer Resteverwertung gearbeitet wird. Vieles wird veröffentlicht, was anderswo – vermutlich aus gegebenem Anlass – noch nicht gebracht wurde. Ein Beispiel: In einer Redaktion werden die besten Aufnahmen eines Fotografen von der Speicherkarte gezogen, um die Print-Ausgabe zu illustrieren, die schwächeren Bilder landen oft in einer der austauschbaren, schlecht gepflegten Internet-Bildergalerien. Wer solche Jobs als crossmediale Arbeit bezeichnet, hat vom Wesen und der für Crossmedia typischen Denkweise nicht viel begriffen.

Als Medium der Zukunft gelten Live-Videos bei der crossmedialen thematischen Umsetzung. Ehe das entsprechende Konzept entwickelt wird, ergeben sich verschiedene Fragen, beispielsweise welcher Inhalt in welchem Setting gezeigt werden soll. Danach ist zu überlegen, welche technischen Voraussetzungen dafür erforderlich sind. Die nächste Frage betrifft die Synergien, die zwischen den Inhalten entstehen. Daraus resultieren weitere Überlegungen: Wie sehen die zeitlichen Abläufe bei der Publikation aus, und welche Rechte werden benötigt? Und schließlich die alles entscheidende Frage: Wo und wodurch entsteht für den User der gefragte Mehrwert oder Nutzen?

 

Was man können muss

Die inhaltliche Ebene ist nur eine Dimension von Crossmedia. Eine weitere besteht im unternehmerischen Kalkül medienübergreifender Umsetzungen auf der Ebene der Produktion. Crossmedia bedeutet im Hinblick auf die journalistische Kompetenz, dass sich diese nicht gewandelt, sondern ausgeweitet hat. Gute Ideen, Talent zum Schreiben und flotter Umgang mit dem PC reichen nicht mehr aus, um sich im Journalismus durchzusetzen.

Die heute geforderten Kernkompetenzen werden in den Lehrplänen für eine Crossmedia Ausbildung berücksichtigt und umfassen im Wesentlichen folgende Ebenen:

  • Technische Ebene: die Fähigkeit, mehrere Kanäle bedienen zu können, die Beherrschung der Redaktionssysteme und der Wege für die Aufbereitung journalistischer Beiträge sowie das Know-how, für sämtliche Medien als Produzent zu fungieren.
  • Ebene der Vermittlung: Kompetenz in Präsentationstechnik, Verknüpfung von Medien zu neuen Darstellungsformen und zielgruppengerechte Aufbereitung.
  • Ebene des Redaktionsmanagements: Entwicklung von Crossmedia Konzepten, verbunden mit organisatorischer Kompetenz, und gezielte Zusammenarbeit mit den Kollegen im Newsroom.

 

Welche Geräte braucht man?

Für die crossmediale Arbeit benötigt der Journalist natürlich auch das entsprechende Equipment. Dazu gehören neben dem Smartphone, einem Camcorder und einem Aufnahmegerät für Audioaufnahmen auch die entsprechenden Schnittsysteme. Ein besonderes Augenmerk sollte der Journalist vor allem auf die Software legen. Die Hersteller legen nämlich bei neuen Versionen nicht nur großen Wert auf möglichst viele neue Funktionen. Auch der Grad der Benutzerfreundlichkeit steigt mit jedem Update. Wer Wert auf ein einwandfreies und aktuelles Equipment legt, kann sich im Endeffekt in der Produktion also jede Menge Zeit sparen.

Schon bevor sich der Journalist an die Recherche zu einem Thema macht, sollte er sich überlegen, auf welchen Kanälen er es publizieren möchte. Dann hat er im Zweifelsfall alles benötigte Equipment bei sich und macht auf seine Gesprächspartner keinen unprofessionellen Eindruck. Auch die notwendigen Genehmigungen sollte er bereits im Vorfeld einholen. Das betrifft vor allem die Drehgenehmigungen für Videos. Für Fotos dagegen reicht es in der Regel, vor Ort nachzufragen, ob fotografiert werden darf. Das ist selbst bei Veranstaltungen im Öffentlichen Raum, etwa bei Konzerten, nicht selbstverständlich oder nur eingeschränkt möglich.

Unabdingbar für crossmediales Arbeiten ist natürlich die entsprechende Software. Die Software-Hersteller haben längst auf den Trend Crossmedia reagiert und bieten Publishing-Software sowie Schnittsysteme an, mit welchen auch der Laie professionell arbeiten kann. Quark XPress war übrigens eines der ersten Programme, mit dem aus einzelnen Dokumenten sowohl Layouts für Print als auch Webprojekte gestaltet werden konnten. Es handelt sich dabei um ein Desktop Publishing-Programm, das in zahlreichen Redaktionen, die kein eigenes Redaktionssystem besitzen, im Einsatz ist.

 

Crossmedialer Alltag: Einzelne Aufgaben der crossmedialen Arbeit

Wer es lernt, die wichtigsten Fragen effektiv zu beantworten, hat einen entscheidenden Schritt in Richtung crossmediale Denkweise gemacht. Es wird immer wichtiger, über den Standort des Nutzers informiert zu sein, an dem dieser Inhalte konsumiert. Unser Zeitalter gewinnt zunehmend an Mobilität, und die benutzten Endgeräte spielen ebenfalls eine Rolle. Das Handy wurde vom Smartphone abgelöst, welches wie die populären Tablet-Computer jederzeit Zugriff zu Informationen ermöglicht.

Diese Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen: Es wird damit gerechnet, dass mehr Inhalte auf mobilem Weg zu den Nutzern gelangen als über stationäre Rechner. Dies sind Fakten, die im Mittelpunkt einer Crossmedia-Konzeption stehen sollten. Der Aspekt der Situation, in welcher der User Informationen konsumiert, muss differenzierter durchdacht werden denn je.

Eine ähnliche Herangehensweise sollte auch der Auswahl der Technik zugrunde liegen. Durch das immense Angebot an ausgezeichneter Hard- und Software wird die Auswahl nicht unbedingt leichter – das beginnt bereits bei der richtigen Kamera für den Videodreh. Die passende Ausrüstung ist ein komplexes Thema, denn die technische Entwicklung geht rasant voran. Ein Beispiel dafür sind die für einige Jahre angesagten Flip-Kameras, deren Funktion inzwischen durchschnittliche Smartphones genau so gut erfüllen. Diese können ähnlich wie ein Tablet dazu dienen, komplette crossmediale Beiträge zu produzieren. Mit denen sind voraussichtlich keine Medienpreise zu gewinnen, aber für den spontanen Einsatz vor Ort eignen sie sich in den meisten Fällen.

Synergien ist eines der Reizwörter, mit denen viele auf Anhieb Rationalisierungen verbinden. Das Wort steht bei den meisten eher für Effizienz als für sachkundige journalistische Inhalte. Im Crossmedia-Bereich sind damit Methoden gemeint, die sich für die Planung crossmedialer Produktionen eignen. Es verhält sich aber nicht so, dass Crossmedia grundsätzlich bedeutet, nur eine Person mit sämtlichen Tätigkeiten zu betrauen.

Bei Teamarbeit wird festgelegt, wer welche Aufgaben übernimmt und welche Geräte dafür benötigt werden. Ein Beispiel: Ein mit Videokamera aufgenommenes Interview kann auf unterschiedlichen Kanälen gezeigt werden, muss aber nicht unbedingt als Video genutzt werden. Die Videokamera lässt sich als eine von mehreren Optionen für die Aufzeichnung des Interviews einsetzen. Im Umkehrschluss: Wird ein Gespräch nicht mit einer Videokamera aufgenommen, kann der Inhalt nicht multi- oder crossmedial vermittelt werden. Das Wesen der Synergien besteht also darin, nicht für jeden Kanal eine eigene Komplettproduktion vornehmen zu müssen.

Der Journalismus hat tagtäglich mit Terminen, Deadlines und Schnelligkeit zu tun. Für crossmediale Publikationen gibt es keine allgemeingültigen Zeitvorgaben. „Online first“ muss nicht für ein Boulevardblatt gelten, das sich über reißerische Aufmacher und Schlagzeilen verkauft. Nachweisbar ist die Aufmerksamkeit für journalistische Projekte höher, die in den Social Media präsentiert und begleitet werden. Die Überlegungen zum zeitlichen Ablauf, wann und in welcher Form eine crossmediale Produktion erscheinen soll, sind der entscheidende Punkt.

Was die rechtliche Seite angeht, betrifft dieses Thema weniger die eigentlichen Aufgaben im Journalismus. Dennoch ist es nicht unwichtig zu wissen, wie es beispielsweise um Bildrechte steht. Dürfen bei einer Agentur eingekaufte bewegte Bilder auch im Netz verwendet werden? Juristisch fundierte Bildung wird nicht erwartet, aber ein paar Grundkenntnisse könnten sich als nützlich erweisen.

Wie erwähnt, heißt die wichtigste Frage, welchen Mehrwert ein crossmediales Projekt für den Nutzer bietet. Ist der Inhalt so spannend formuliert und aufgemacht, dass jemand deshalb die Plattform wechselt und sich beispielsweise das Video dazu online anschaut? Es klingt simpel, ist aber in der Praxis nicht so einfach zu bewerkstelligen. Denn jedes Medium erfordert spezifische Überlegungen: Einen Zeitungsartikel mit einem Teaser „aufzupeppen“, ihn mit dem Hinweis auf die nächste Ausgabe der Zeitung zu versehen und ins Netz zu befördern, dürfte nicht gerade als Königsweg gelten. Schlechtes crossmediales Marketing hat mit originellem und innovativem Journalismus nicht viel zu tun. Bekommt der Nutzer den Eindruck, ihm werden Inhalte vorenthalten, wird er sich recht bald anderen medialen Informationsquellen zuwenden.

Crossmedia setzt strategisches Denken voraus, damit die journalistischen Inhalte gleich gewichtet und als relevant betrachtet werden. In manchen Journalistenköpfen besitzt das Internet noch nicht den Stellenwert, der ihm längst zukommt. Wer es nicht schafft, dem Online-Inhalt genau so viel Aufmerksamkeit zu schenken wie anderen Kanälen, zieht sich den Unmut der Nutzer zu. Also müssen nicht nur handwerkliche Fähigkeiten im Journalismus hinzugelernt werden, sondern auch die Denkarbeit sollte sich entscheidend verändern. Wer crossmedial erfolgreich arbeiten will, unterscheidet nicht mehr zwischen wichtigen und unwichtigen Kanälen. Heute findet Journalismus überall statt, wo sich Menschen als aktive und passive Rezipienten aufhalten.

 

Vorteile

 

Vorteile für Journalisten

Der Blick über den Tellerrand des eignen Mediums bietet dem Journalisten eine Reihe von Vorteilen:

 

Größere Reichweite

Der größte Vorteil, den der Journalist durch Crossmedia genießt, ist die größere Reichweite. Durch die Publikation seines Themas auf möglichst vielen Kanälen erhöht er die Chance, dass er neue Leser oder Zuschauer gewinnt, beträchtlich. Das wirkt sich zum einen positiv auf das Medium auf, für welches er arbeitet, zum anderen kann es ihm auch persönliche Vorteile bringen: Er kann neue Kontakte knüpfen und möglicherweise sogar leichter neue Auftrag- oder Arbeitgeber finden, wenn er über einen Wechsel nachdenkt.

 

Dialog mit dem Nutzer

Sofern der Journalist Social Media in seine Crossmedia-Publikationen einbindet, erhält er direktes Feedback vom Mediennutzer. Denn hier liegt die Hemmschwelle, einen Kommentar abzugeben, relativ niedrig. Noch vor wenigen Jahren bestand die einzige Möglichkeit für den Mediennutzer im Verfassen eines Briefes an den zuständigen Journalisten. Dieser wurde allenfalls von Printmedien in Form eines Leserbriefes abgedruckt, allerdings erhielt der Nutzer meist keine direkte Antwort auf seinen Kommentar. Dies machen die Neuen Medien möglich, wodurch wiederum die Bindung des Nutzers an das eigentliche Hauptmedium gestärkt wird.

 

Entscheidungsfreiheit

Zwar stellt Crossmedia höhere Anforderungen an den Journalisten, andererseits bietet ihm diese Form der Arbeit auch ein höheres Maß an Entscheidungsfreiheit. Denn nicht jedes Thema eignet sich dafür, crossmedial eingesetzt zu werden. Im Zweifelsfall muss also der Journalist, der das Thema bearbeitet, entscheiden, auf welchen Kanälen es später publiziert wird. Das kann er allerdings nur, wenn er zumindest eine Ahnung davon hat, wie welche Kanäle funktionieren und wie etwa Videos produziert werden. Im Zweifelsfall muss er mit Kollegen im Team zusammenarbeiten, um eine optimale Arbeit abzuliefern. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass die Stärken eines jeden Mediums voll ausgespielt werden können. Wenn er beispielsweise eine Rettungsaktion dokumentieren soll, kann er mit einem mobilen Gerät eine Nachricht direkt vor Ort einstellen. Im Bericht kann er die Hintergründe der Rettungsaktion ausführlich darstellen, während er mit Foto- und Videokamera die dramatischsten Momente einfangen kann. Dadurch beleuchtet er das Thema von mehreren Facetten, die Beiträge ergänzen sich sinnvoll und der Journalist macht den Nutzer des jeweiligen Mediums neugierig auf mehr.

Experimentiermöglichkeiten

Während der Journalist in seinem Hauptmedium relativ fest in das journalistische Schema eingebunden ist, bietet ihm Crossmedia die Möglichkeit, das Thema freier zu bearbeiten. Bis zu einem gewissen Grad kann er mit Stilmitteln und Darstellungsformen spielen und hat dadurch einen wesentlich höheren kreativen Spielraum.

 

Nachteile

 

Nachteile für Journalisten

Natürlich sind mit Crossmedia auch einige Nachteile damit verbunden:

 

Zeitfresser

Der größte Nachteil, den Crossmedia für den Journalisten mit sich bringt, ist der Zeitfaktor. Denn die Zeit, die er für crossmediale Aktivitäten aufwendet, fehlt ihm für seine eigentliche Hauptaufgabe. Während sich Journalisten, die fest in einer Redaktion arbeiten, durch Arbeitsteilung behelfen können, kann das für Freelancer zu einem ernsthaften Problem werden. Sie müssen im Alleingang sämtliche Kanäle bedienen, was gerade bei komplizierten und zeitintensiven Themen die Anzahl der Fehlerquellen beträchtlich erhöht. Als klassischer Fehler gilt die falsche Platzierung eines Fotos oder – noch schlimmer – eines falschen Fotos. Im schlimmsten Fall handelt sich der Journalist damit beträchtlichen Ärger ein, vor allem, wenn Einzelpersonen auf den Fotos zu sehen sind, deren Persönlichkeitsrechte mit der Veröffentlichung verletzt werden.

 

Häme in den sozialen Netzen
Direkt daraus kann sich der nächste, noch gravierendere, Nachteil ergeben, falls Social Media in das Crossmedia-Konzept eingebunden ist: Sofern dem Journalisten ein Fehler unterlaufen ist, sind hämische Kommentare unter dem Posting quasi schon vorprogrammiert. Hier kann der Journalist kaum angemessen darauf reagieren außer zu hoffen, dass das Netz schnell vergisst.

 

 

Chancen

 

Chancen für Crossmedia-Spezialisten und -Generalisten

Wer sich für den Journalismus entscheidet und dort seine berufliche Zukunft sieht, muss sich von vielen Vorstellungen verabschieden, die sich in den Köpfen etabliert haben und aus unterschiedlichen Quellen wie Ambitionen, Visionen, Vorurteilen, Illusionen, Erfahrungen, Einblicken und Eindrücken gespeist werden. Der harte journalistische Alltag bildet sich nicht am Pult mit futuristischem Design der eloquenten TV-Anchormen oder -women ab, sondern bedeutet in erster Linie Kleinarbeit, die auch einiges an Routine mit sich bringt.

Die Branche verändert sich in einem atemberaubenden Tempo, und der crossmediale Entwicklungsprozess ist nicht mehr aufzuhalten. Daher gilt es als unumgänglich, sich mit den entsprechenden Crossmedia Methoden nicht nur vertraut zu machen, sondern ein grundlegendes Verständnis dafür aufzubringen. Zu den zentralen Anforderungen gehören neben der Recherche die Produktion, das Design und die Aufnahmetechnik.

Berufsanfängern im Journalismus, die auf eine crossmediale Ausbildung zurückgreifen können, fällt es leichter, sich einem veränderten und sich weiter wandelnden Berufsbild anzupassen und zudem in die Zukunft zu planen. Besonders zu Beginn einer journalistischen Laufbahn ist es wichtig, seine Vielseitigkeit unter Beweis zu stellen und zumindest ein Grundverständnis der zur Verfügung stehenden Kommunikationskanäle zu besitzen. Das Ziel kann zwar nicht darin bestehen, sämtliche Medien perfekt zu beherrschen. Doch sollten ausgebildete Journalisten in der Lage sein, sich mit den Profis auf den verschiedenen Crossmedia Gebieten verständigen zu können. Es zeichnet sich ab, dass Redakteure und freie Journalisten immer mehr zu Mediengestaltern werden. Dies zu akzeptieren und sich darauf einzustellen, gehört zu den Grundvoraussetzungen, um die Herausforderungen im modernen Journalismus anzunehmen.

Absolventen werden häufig mit dem Vorwurf konfrontiert, von allem ein wenig zu wissen, doch nichts wirklich zu können. Insofern ist es ratsam, sich nach dem Einstieg in den Journalismus auf dem weiten Crossmedia Feld zu spezialisieren. Das crossmediale Spektrum in seiner ganzen Breite hält dafür zahlreiche Möglichkeiten offen – auf den Inhaltsebenen sind ebenso Experten gesucht wie auf der Produktionsebene. Es darf damit gerechnet werden, dass künftig zwei Journalistentypen die Medienbranche prägen: der im Hintergrund werkelnde Generalist als Themenplaner und Organisator und der Spezialist, der einzelne Themen umsetzt, die Fachkompetenz für eine bestimmte Sparte mitbringt oder ein klar definiertes Themenfeld besetzt.

Fazit: Die Aussichten sind gut – Crossmedia Journalismus wird in allen Redaktionen benötigt, die nicht nur Schritt halten, sondern das Tempo in der medialen Entwicklung mitbestimmen. Das betrifft sämtliche Medien einschließlich Print und Radio, aber ebenfalls Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Auch im Bereich PR und Marketing wird kräftig umgedacht.

 

Die Dont’s

 

Was man tunlichst vermeiden sollte

Der verhängnisvollste Fehler, den ein Journalist machen kann, besteht darin, jedes Thema in jedem Medium publizieren zu wollen. Während die gleichzeitige Publikation im Hauptmedium und im Online-Portal meist kein Problem darstellt, eignet sich beileibe nicht jedes Thema für ein Video, eine Audioaufnahme oder für Social Media. Wer auf Biegen und Brechen Crossmedia betreiben möchte, liefert nur eine schlechte Qualität ab, die langfristig negative Folgen hat. Welches Thema sich für welche Kanäle eignet, ist stets vom Einzelfall abhängig und muss individuell entschieden werden.

Gerade bei Video- und Fotoaufnahmen besteht die Gefahr, Persönlichkeitsrechte zu verletzen. Grundsätzlich gilt: Ein Journalist darf niemanden gegen seinen Willen aufnehmen. Eine Ausnahme gilt nur, wenn die Person im öffentlichen Raum fotografiert wird, also beispielsweise, wenn es sich um eine Gruppenaufnahme handelt. Ansonsten braucht der Journalist die ausdrückliche Genehmigung, dass fotografiert oder gefilmt werden darf.

Die Gefahr von Urheberrechtsverletzungen besteht vor allem bei Video- und Audioaufnahmen. Zwar klingt es besser, wenn eine Szene musikalisch untermalt ist, doch wenn es sich nicht um Konzertaufnahmen handelt, kann das im Nachhinein erheblichen Ärger zur Folge haben. Zur Untermalung der Szenen sollte der Journalist GEMA-freie Titel verwenden oder im Zweifelsfall darauf verzichten. Im schlimmsten Fall drohen nämlich eine Anzeige wegen Urheberrechtsverletzung und eine saftige Nachzahlung für die entsprechenden Gebühren.

 

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