Berufsziel Onlinejournalist/in

 

Onlinejournalist/in werden

Wer sich heute zum Onlinejournalisten ausbilden lässt und als solcher tätig ist, muss dem Medium entsprechend schnell im Kopf sein. Ständig sind Anpassungen erforderlich. Im Zuge der Ausbildung werden mehr und mehr gefragte crossmediale Inhalte vermittelt, die die Nachwuchsjournalisten befähigen, beispielsweise auch Beiträge für den Rundfunk nach den Regeln des journalistischen Handwerks zu erstellen.

 

Das Handwerkszeug für Onlinejournalisten

Kern des Journalismus jedweder Ausrichtung ist und bleibt das Schreiben. Es basiert auf guter Recherche, klar strukturierten Gedanken und der Fähigkeit, diese verständlich und pointiert in Sprache umzuwandeln. Wobei sich die gesprochene Sprache in Rundfunk und Fernsehen von der geschriebenen in den Print- und Netzmedien erheblich unterscheidet. Bei jungen Onlinejournalisten tritt das Bloggen oft an die Stelle der Reportagen. Die Berufsbezeichnung Onlinejournalist tragen außerdem viele, die im PR-Bereich arbeiten und mit ihren Beträgen vor allem die dezidierten Anforderungen der Verkaufsförderung sowie der Kundenbindung in die Social Media erfüllen.

 

Probleme und Chancen im Onlinejournalismus

Viele Journalisten, die Texte für das Internet schreiben, bedauern diesen nicht wegzudiskutierenden negativen Trend: Im Internet grassiert die „Abschreiberitis“, zahlreiche Beiträge entstehen mithilfe von Copy & Paste und ermöglichen dadurch einen ungeheuren Output von Texten. Teilweise wird das Kopieren und Umschreiben von Auftraggebern ausdrücklich verlangt. Besonders freiberuflich tätige Journalisten und Texter wissen davon ein Lied zu singen.

Der Not gehorchend sind wahre Multimedia-Onliner auf allen Kanälen unterwegs. Diese beschäftigen sich mit den Kommentaren von Usern oder kommentieren selbst massenhaft, schreiben auf Wunsch Blog- und Forenbeiträge sowie SEO-Texte für die Suchmaschinen. Apps, iPad-Ausgaben, Facebook, Twitter und Xing gehören ebenso oft zu ihrem Aufgabenbereich. Gefragt ist Content und noch mehr Content, möglichst „mit einem Mehrwert für den Leser“ – denn das Ranking bei Google gilt häufig mehr als ein wasserdichter Bericht, der journalistischen Kriterien standhält.

Heute wird vielfach nicht mehr nach den wendigen, mit bestem technischem Know-how ausgestatteten Onlinejournalisten der frühen Jahre gesucht. Vielmehr ist der fundiert ausgebildete perfekte Schreiber wieder gefragt, der alle bereits existierenden und noch auszubaggernden Kanäle der Nachrichtenübermittlung mit intelligentem und informativem Content befüllt.

 

Löst Online Print bald ab?

Noch gibt es so etwas wie einen Wettbewerb, denn noch werden in Deutschland über 30.000 Medien auf Papier gedruckt. Etwa die Hälfte davon sind allerdings Titel der Kategorie „Corporate Publishing“ – so werden die von Unternehmen finanzierten Blätter genannt, wie sie etwa die Bahn mit ihrem Magazin „mobil“ unter die Fahrgäste bringt.

Etwa drei Prozent aller Publikationen decken die Tageszeitungen ab. Die Verkaufspreise sind stark gestiegen, doch die Auflagen sinken, und das Anzeigenaufkommen sinkt tendenziell. Auch die Werbemanager orientieren sich verstärkt Richtung Internet, zumal es dort Systeme gibt, die den Werbeerfolg anhand von unwiderlegbaren Zahlen messen.

Folglich suchen auch die Manager in den Verlagen Zuflucht im Internet. Hier sind ca. 1.400 Online-Medien präsent, die es pro Monat auf mehr als fünf Milliarden Klicks bringen. Das heißt, dass journalistische Beiträge häufiger denn je gelesen werden – am PC, auf dem Tablet oder auf dem Smartphone. Denn die Nation ist fast geschlossen online, sehr viele Menschen lesen und surfen oder spielen nicht nur.

 

Auf der Suche nach dem besten Finanzierungsmodell

Die Bezahlmodelle im Netz, mit denen mehrere Verlage mittlerweile operieren, sollen gewährleisten, dass sich Recherche weiterhin lohnt im Journalismus. Dabei zählt es nicht, ob das Medium gedruckt oder online erscheint. Es kommt darauf an, dass die Konsumenten des Lesestoffs bereit sind, die journalistische Arbeit anzuerkennen und dafür zu zahlen.

Es sind Spenden- und sogar Steuermodelle im Umlauf, über die sich viele Gedanken machen. Eine Art „Journalismus-Steuer“ nach dem Vorbild öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten wäre eine Option, eine Art gesetzlich verordnete Haushaltsabgabe. Paywall-Modelle (auch mit freiwilligen oder aufgeschobenen Zahlungen) haben diverse Objekte bereits eingeführt. Ob sie sich langfristig amortisieren, ist schwer vorherzusagen. Um einen Nutzer dazu zu bewegen, etwas für die Informationen zu bezahlen, die er online liest, muss dieser überzeugt sein, erstklassige „Ware“ zu erhalten.

 

Werden mehr Onlinejournalistinnen und -journalisten gebraucht?

Dem Onlinejournalismus wird eine gesicherte Zukunft vorausgesagt, weil sich das Arbeitsvolumen für Journalisten ständig vergrößert und deshalb Schreiber gebraucht werden. Der Nachwuchs, der heute in den Onlineredaktionen gesucht wird, muss mehr drauf haben als Suchmaschinenoptimierung und flottes Formulieren von Teasern und Tweets. Chefredakteure und Ressortleiter setzen vermehrt auf Handwerk, journalistische Erfahrung und Persönlichkeit.

Jobangebote sind durchaus reichlich gesät. Einige Großverlage machen inzwischen online gute Gewinne. Im ganzen Land ist Verstärkung für Onlineredaktionen gefragt. Gesucht werden Leute, die sauber recherchieren und gut schreiben. Onlinejournalismus ist das Thema der Stunde.

Journalisten, die im Print arbeiten, beschäftigen sich natürlich ständig mit dem Web – als Tageszeitungsredakteur ist das ein Muss. Im Umkehrschluss verhält es sich so, dass Onlineredakteure Probleme bekommen, wenn sie das klassische journalistische Handwerk nicht abrufen können. Insofern unterscheidet sich die die Basis für journalistisches Know-how bei Print- und Onlineredakteuren nicht. Web-spezifische Kenntnisse kann sich jeder rasch aneignen, das Schreiben hingegen nicht. Gerade weil es in einer Onlineredaktion sehr viele verschiedene Darstellungsformen gibt, sind dort Spitzenleute gefragt, die auch unter Zeitdruck sicher und prägnant zu schreiben in der Lage sind.

 

Was muss man können als Onlinejournalist/in?

Onliner, die bei verschiedenen Webportalen gearbeitet haben, bewerben sich oft bei Zeitungen, ebenso Praktikanten. Erwartet wird, dass diese das Printgeschäft und den Arbeitsalltag der Printkollegen kennen und wissen, wie sich Zeitungsinhalte multimedial ausdehnen lassen.

Wer sich im deutschen Zeitungsmarkt umschaut, stellt fest, dass sich die Werdegänge fast überall ähneln: Die Mitarbeiter in den Onlineredaktionen werden aus Volontären, Absolventen von Journalistenschulen oder eines Journalistenstudiums rekrutiert. Bevorzugt werden außerdem Leute, die bereits Erfahrungen im Ressort „Lokales“ gemacht haben. Übereinstimmung herrscht bei den Redaktionsleitern, dass die Kenntnis lokaler Themen der Online-Berichterstattung besonders zuträglich ist.

Klassisches Handwerk ist demnach die beste Voraussetzung für einen Job in Onlineredaktionen mit täglicher, aktueller Berichterstattung in vielen Sparten wie Politik, Sport, Gesellschaft und mehr. So finden nicht nur Nachwuchskräfte frisch von der Journalistenschule den Weg beispielsweise zu „Spiegel Online“, sondern auch erfahrene Journalisten mit Fachgebieten wie Wirtschaft, Medizin oder Arbeitsrecht.

Die Schnelllebigkeit im Online-Geschäft verlangt von den Journalistenschulen eine flexible Begleitung der Entwicklungen im digitalen Bereich. Der Onlinejournalismus ist derzeit noch kein fest umrissener, abgeschlossener Arbeitsbereich, sondern stellt die Journalisten vor immer neue Herausforderungen. Was heute in den Onlineredaktionen verlangt wird, konnte mancher vor einigen Jahren noch nicht in Onlinekursen lernen.

 

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Unterschiede zwischen Print und Online

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